Bhikkhuni Dhammananda – Achtsamkeit als Element einer ganzheitlichen Erziehung

Bhikkuni Dhammananda beginnt mit einem Chant in Pali. Sie adressiert die 4 Gruppen (Mönche, Nonnen, männliche und weibliche Laien) von Praktizierenden. Die ganzen 13 Personen(gruppen) die vom Buddha gepriesen wurden, würde sie zwar auch gerne in ihrem Chant adressieren, aber wer den gesamten Chant hören möchte, solle bitte zu ihrem Tempel kommen.

Bhikkuni Dhammanandas Mutter hatte ebenfalls in Taiwan ihre Ordination erhalten. Sie erzählt davon, wie in Thailand die Buddhistische Nonnen-Tradition beinahe nicht vorhanden gewesen sei und erst seit ihrer eigenen Ordination 2001, habe es ein zunehmend starkes Interesse von Frauen dort gegeben, dieses Leben zu führen. Erst jetzt wäre Thailand soweit.
Der im Thailand praktizierte Buddhismus lege großen Wert auf die Achtsamkeitspraxis. Alle Tätigkeiten würden mit Achtsamkeit vollrichtet. Achtsamkeit sei der Schlüssel der Praxis, und nicht auf das Sitzen in Meditation beschränkt. Sie beschreibt, wie sie, wenn sie essen, die Nonnen ihres Klosters die Spender des Essens bedenken. Wenn sie sich kleiden, sie dies in Achtsamkeit tun. Die Nonnen hätten drei hauptsächliche “nissayas”, sie holen Essen, Lumpen (wenn niemand Roben gespendet hat) und Urin (wenn keine andere Medizin vorhanden ist).
Wenn die Nonnen Rat an Laien gäben oder Almosen empfingen, würden sie die Laien darauf hin weisen, dass sie ihnen keinerlei übernatürlichen Segen verabreichen könnten. So würden sie versuchen die Laien zu einem ursprünglicheren Verständnis des Buddhismus zurück zu führen.

Sie gibt viele kleine Beispiele in sehr schnellem Rhythmus, wie die Nonnen-Sangha ihr Leben gestaltet, von Almosen, dem Ratgeben, dem Chanten bis hin zum Bauen von Lehmhäusern, wie sie diese Aktivitäten achtsam gestalten.
Manchmal wüssten die Leute im Tempel angekommen gar nicht mehr wo genau vor dem Tempel sie ihre Schuhe abgestellt haben. Das sei ein Zeichen der mangelnden Achtsamkeit.

Buddhismus sei eine gut ausbalancierte Religion und die Lehren müssten im Alltag angewandt werden.

Als Abschluss ihres, von kleinen Anekdoten gespickten, Vortrags, zeigt Bhikkuni Dhammananda Photos aus ihrer Heimat, von ihrem Kloster, von all den Tätigkeiten, die sie in ihrem Vortrag beschrieben hat, damit auch wir Westler uns ihre Welt vor- und eine Verbindung zu ihr herstellen können.